Erkältungen trotzen durch "Abhärtung"

„Abhärtung“ ist kein einheitlich definierter Begriff. Oft wird er in Verbindung gebracht mit Maßnahmen (insbesondere Kaltreizen), die den Körper resistenter machen gegenüber Erkältungskrankheiten. Eine der am besten untersuchten Maßnahmen und gleichzeitig sehr praktikabel, ist das Saunieren in der finnischen Sauna. Richtig angewendet, führt regelmäßiges Saunieren (1-2x pro Woche) zu einer Abnahme der Infektanfälligkeit. Wichtig hierbei ist, dass nach dem Saunagang (Wärmereiz) ein Kältereiz folgt. Dieser ist individuell zu dosieren z.B. in Form von kalten Güssen mit einem Wasserschlauch bis hin zum Gang in ein Kaltwasserbecken. Letzteres ist nicht für jeden geeignet. Wirkprinzip ist also ein sogenannter „thermischer Wechselreiz“. Im Anschluss sollte eine Wiedererwärmung durch Abtrocknung und Bekleidung erfolgen. Ein warmes Fußbad kann den Prozess unterstützen. Danach ist eine ausreichende Ruhephase einzuhalten, bevor der nächste Saunagang beginnt. Vor dem Konsum von Alkohol zwischen den Saunagängen ist dringend abzuraten, ebenso vor Saunabesuchen bei einem beginnenden oder bereits bestehenden Infekt. Sollte eine Vorerkrankung bestehen, ist ärztlich abzuklären, ob ein Saunabesuch zu empfehlen oder ggf. davon abzuraten ist.

 

Wie kommt es nun dazu, dass regelmäßiges Saunieren die Infektanfälligkeit reduziert? Durch die Adaptation an Kaltreize, entwickelt sich eine verbesserte Thermoregulation insbesondere an Händen und Füßen. Dies bewirkt, dass es unter Kälteexposition zu einer geringeren Abnahme der Durchblutung in diesen Arealen kommt. Da die Durchblutung der Hände und Füße über Nerven mit der Durchblutung im Nasen-Rachen-Raum in Verbindung stehen, nimmt bei kälteadaptierten Menschen die Durchblutung im Nasen-Rachen-Raum weniger stark ab. Dies scheint, nach heutigem Wissensstand, der wesentlich Wirkfaktor in Bezug auf Infektprophylaxe zu sein.

 

Andere Maßnahmen der „Abhärtung“ sind z.B. Wechselduschen, Wassertreten, Tautreten oder als Extremvariante das Winterbaden.

Wer sich kurzfristig vor Infekten in der kalten Jahreszeit schützen möchte, sollte auf eine ausgewogene Ernährung, atmungsaktive Kleidung und regelmäßiges Händewaschen achten. Der Kontakt zu Kleinkindern und erkrankten Personen ist falls möglich zu meiden, ebenso der Aufenthalt in Menschenmassen. Auch ausreichender Schlaf (mehr als 7 Stunden) hat einen nachgewiesenen positiven Effekt. Gerade nach intensiven sportlichen Belastungen besteht eine erhöhte Gefahr für Infekte der oberen Atemwege. Verschwitzte Kleidung sollte rasch gewechselt und Kälteexposition vermieden werden.

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