Pacing im Ironman

Wer auf einer Langdistanz Erfolg haben möchte, kommt an einer individuellen Pacing- und Ernährungsstrategie nicht vorbei. Diese werden häufig auf Basis von statistischen Mittelwerten und/oder einfachen mathematischen Berechnungen empfohlen.

 

In unserem letzten Blog-Beitrag haben wir aber z.B. die Auswirkung einer ungenauen Bestimmung des Pacings und den damit verbundenen Folgen für den Kohlenhydratverbrauch grob dargestellt. Dies möchten wir im akuten Beispiel ausführlicher betrachten.

 

Die vorliegende Auswertung (s. Abbildung) ist von einem leistungsstarken Athleten, der im Rennen enorm von seiner Radstärke profitieren kann. Die allgemeine Auswertung des Power-Files zeigt einen Mittelwert (MW) von 274 Watt (ohne „0“ 291 Watt), wobei die normalized Power (NP) bei 293 W liegt. Das Verhältnis von NP zu MW wird auch als Variabilitäs-Index (VI) bezeichnet. Hier wird allgemein davon ausgegangen, dass dieser nahe „1“ liegen sollte. Im vorliegenden Beispiel ist dies der Fall (1,00 ohne „0“ und mit 1,07). Also eigentlich alles richtig gemacht, oder?!

 

 

 

Oberflächlich betrachtet scheint es zunächst so, als wäre der geleistete Rad-Split ideal ausgefallen. Eine genauere physiologische Begutachtung zeigt aber deutlich, dass der enorme Kohlenhydratverbrauch und die damit erhöhte Laktat-Konzentration zu Anfang der Belastung sich ab ca. der Hälfte der Belastung deutlich negativ auf die Leistung auswirken und in einer deutlichen Ermüdung mündet. Da der Kohlenhydratverbrauch exponentiell ansteigend ist, wirken sich vor allem hohe Belastungen entsprechend deutlich auf den Verbrauch aus und limitieren somit die Chancen auf einen erfolgreichen Wettkampf. Der Merksatz „Fette verbrennen im Feuer der Kohlenhydrate“ macht das Problem abschließend deutlich, da durch nicht ausreichend verfügbare Kohlenhydrate auch die Leistung des Fettstoffwechsels leidet und so die Geschwindigkeit auf dem Rad und beim später beim Laufen reduziert werden muss – genau dies erkennt man deutlich im letzten Drittel des Radsplits. Abschließend konnte auch nicht die trainierte Marathonleistung erzielt werden.

 

Die physiologischen Daten können auf Basis einer differenzierenden Leistungsdiagnostik im Nachgang analysiert und die jeweilige Stoffwechsellage moduliert werden. Genauso kann dies aber auch in Verbindung mit einer Ernährungsstrategie in der Vorbereitung eines Ironmans zielgerichtet geplant und vor allem auch trainiert werden.

 

 

 

Fazit: Wer zielgerichtet einen Ironman angehen möchte, sollte eine Leistungsdiagnostik durchführen lassen und aus den ableitbaren physiologischen Reaktionen Vorteile für die eigene Ernährungs- und Pacingstrategie ziehen.