Leistungsdiagnostik vs. Feldtest

 

Wer heute einen Powermeter für sein Fahrrad besitzt, hat jederzeit die Möglichkeit einen Feldtest durchzuführen. Hier wird am Beispiel von Allen & Coggan größtenteils ein 20 Minuten Dauertest durchgeführt. Dieser sollte konstant und auf flacher Ebene gefahren werden. In der Folge werden die Ergebnisse dann ausgelesen und Trainingsbereiche anhand der funktionellen Schwelle (95% der 20 minütigen Dauerleistung) erhoben. Zudem werden Bereiche zum Pacing angegeben.

 

Grundsätzlich kann dieser Test bei korrekter Durchführung eine Orientierung sein, um das Training zu steuern oder Wettkampfstrategien festzulegen. Letztlich wird aber nur die reale Leistung, nicht aber der metabolische Hintergrund getestet. Wie man heute weiß, setzt sich die Leistungsfähigkeit multifaktoriell zusammen und ist vor allem von der maximalen Sauerstoffaufnahme und der maximalen Laktatbildungsrate abhängig. Eine detaillierte Trainingssteuerung ist somit nur durch die Messung dieser Parameter möglich. Zudem können Potentialanalysen vorhersagen wie sich die Leistung bei z.B. gesteigerter maximaler Sauerstoffaufnahme verhält und auch der Energieverbrauch berechnet werden (was besonders auf längeren Strecken die wichtigste Komponente ist).

 

Betrachtet man die Pacing-Vorgaben zum Ironman so wird von Allen & Coggan eine Spanne von 68-78% von der funktionellen Schwellenleistung angenommen. Eine Range von 10% kann aber einen enormen Einfluss auf das Rennergebnis haben. Wer demnach eine funktionelle Schwelle von 300W realisieren kann, soll zwischen 204 und 234 Watt fahren. Dies würde bei einem mittleren Körpergewicht ca. 20g Kohlenhydrate pro Stunde Mehrverbrauch bedeuten, wenn der Fahrer die obere Grenze als Vorgabe annehmen würde. Nach fünf Stunden Belastungszeit würde also eine Defizit von 100g Kohlenhydraten vorliegen und somit die Leistung spätestens beim Marathon nicht mehr aufrecht erhalten werden können.

 

Fazit: Ein Feldstufentest kann eine Orientierung für die reale Leistungsfähigkeit sein und in Kombination mit Trainingsaufzeichnungen wichtige Hinweise zur Trainingssteuerung geben. Wer aber die leistungsbestimmenden physiologischen Parameter nicht berücksichtigt bzw. durch eine Leistungsdiagnostik bestimmen lässt, wird abschließend nicht individuell optimal trainieren oder seine Wettkämpfe bestreiten können.